23.11.2015
GSV

"Lobautunnel ist keine exklusive Wien-Angelegenheit"

Das rot-grüne Regierungsprogramm für Wien enthält aus der Sicht der GSV für den Mobilitätsbereich durchaus einige begrüßenswerte Ansätze. Völlig unverständlich ist allerdings, dass eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte mit vier kryptischen Zeilen abgetan wird.

Hinzu kommt, dass die beiden Chefverhandler schon unmittelbar nach Abschluss der Verhandlungen diese vier Zeilen diametral interpretierten. Während Maria Vassilakou den Lobautunnel für tot erklärt und Alternativen prüfen will, sieht Michael Häupl keine Alternative.

GSV-Generalsekretär Mario Rohracher
Bild: GSV  

Über den Lobautunnel  wurde jahrelang diskutiert, gestritten. Es wurden bereits 15 Jahre Planung und 26 Millionen Euro in das Projekt investiert, alle denkbaren Alternativen ohnehin geprüft und mit guten Gründen verworfen. Zum jetzigen Zeitpunkt lägen mit Ausnahme des Naturschutzbescheides der Stadt Wien alle notwendigen positiven Bescheide vor und die Finanzierung sei gesichert. GSV-Generalsekretär Mario Rohracher: „Die sechste Donauquerung ist keine geschlossene Wien-Veranstaltung, sondern ein Meilensteinprojekt für die Verkehrsinfrastruktur der Ostregion!“

Positiv am Regierungsprogramm werden von der GSV hervorgehoben: Es sollen, wie von der GSV immer wieder gefordert, technische Innovationen vermehrt zur Vermeidung unnötiger Staubildung eingesetzt werden. Positiv seien auch die geplante Förderung von Mikro-ÖV-Angeboten in der Peripherie der Stadt, der Ausbau des standortbasierten Carsharings, der Bau von zusätzlichen P&R-Anlagen entlang von Schnellbahnlinien im Wiener Umland, und ganz generell der Ausbau und die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs zu sehen. Ein Ideenwettbewerb für eine App, mit der man einen freien Parkplatz findet, sei zumindest originell.