24.06.2015
MAN

10 Jahre „HydroDrive“

Die Entwicklung des HydroDrive war eine Pionierleistung von MAN. Bereits 2005 konnten die Münchner den ersten Kunden den Wunsch nach mehr Traktion an der Vorderachse „auf Knopfdruck“ erfüllen.

Mit dem HydroDrive schloss MAN eine Marktlücke für Kunden, die weitgehend auf der Straße fahren, in manchen Fahrsituationen jedoch zusätzliche Traktion an der Vorderachse benötigen, ohne gleich einen Allrad-Lkw kaufen zu müssen. Jahrelang war MAN konkurrenzlos auf diesem Feld der Allradkompetenz und kann daher heute auf umfassende technische Erfahrung bauen.

Breite Fahrzeugpalette

Die Effizienz- und Sicherheitsvorteile des MAN HydroDrive haben seit der Markteinführung mehr als 11.000 Kunden überzeugt. MAN bietet nach eigenen Angaben die größte HydroDrive-Fahrzeugbandbreite am Markt mit sechs Radformeln und zwei Bauhöhen vom Zweiachser bis zum Vierachser in den Baureihen TGS und TGX an. Besonders viele Kunden fahren in Österreich und der Schweiz, Deutschland und Skandinavien. Häufige Einsatzbereiche sind Feuerwehrfahrzeuge, Abfallsammelfahrzeuge, Baufahrzeuge, Holztransporter oder Tankfahrzeuge, die auch bei widrigen Wetterbedingungen und in bergigem Terrain, auf Waldwegen, Deponien oder Schottergruben sicher vorwärts kommen müssen.
Wenn Regen die Wege aufgeweicht hat, reicht der Heckantrieb alleine manchmal nicht aus, vor allem wenn der Lkw unbeladen ist und die Hinterachse nicht die volle Traktion aufbauen kann. Das Ein- und Ausfahren bei unbefestigten Baustellen mit einem Baustoff-Lieferfahrzeug, Kippsattelzug oder Transportbetonmischer ist ein solches Beispiel. Ein HydroDrive-Lkw, der sich in solchen Situationen nicht festfährt, garantiert eine höhere Liefertreue. Dem Fahrer bleibt zudem das Aussteigen und Freischleppen bei schlechtem Wetter erspart.

Der MAN HydroDrive bringt zusätzliche Traktion auf Knopfdruck
Bild: MAN  

Auf rutschigem Untergrund wird zudem das Lenken erschwert, wenn ein voll beladener Lkw über die nicht angetriebenen Vorderräder schiebt. In diesen Situationen schafft der HydroDrive Abhilfe: Er bietet ein Plus an Traktion und Sicherheit, kommt aber ohne Verteilergetriebe, Vorderachsdifferential und vordere Kardanwelle aus. Das spart Gewicht, Kraftstoff und senkt die CO2-Emissionen: Im Vergleich zu einem Lkw mit klassischem Allradantrieb wiegt ein Hydro-Drive-Lkw rund 400 kg weniger und kann folglich entsprechend mehr Nutzlast transportieren. Ein Lkw mit HydroDrive erweitert also den Einsatzbereich von Straßenfahrzeugen und macht für manche Unternehmer die Anschaffung eines zusätzlichen, allradgetriebenen Lkw überflüssig.

Geringe Bauhöhe und kleinerer Wendekreis

Das besondere am MAN HydroDrive ist, dass dieser auch Lkw normaler und mittelhoher Bauhöhe mit Vorderachs-Traktion versorgen kann. Bestimmte Fahrzeuge sind so überhaupt erst mit Allradantrieb realisierbar: Beispielsweise für Containeraufbauten, in denen Stehhöhe erforderlich ist, also unter anderem bei Wechselladerfahrzeugen der Feuerwehr oder des Katastrophenschutzes. Denn nur bei normalhoher Fahrzeugbauart können solche hoch bauenden Wechselaufbauten innerhalb der gesetzlichen Höhenbeschränkung transportiert werden. Eine normale Bauhöhe bedeutet zudem auch einen bequemen Einstieg und einen tiefen Fahrzeugschwerpunkt und damit optimale Fahrstabilität.
Ein weiterer Vorteil ist die Wendigkeit: Ein HydroDrive-Lkw hat einen geringeren Wendekreis als ein Fahrzeug mit mechanischem Vorderachs-Antrieb.

Steigungen sicher meistern

Der MAN HydroDrive treibt die Vorderräder über je einen hydrostatischen Motor pro Rad an. Dieser wird von einer Hydraulikpumpe mit bis zu 420 bar Druck gespeist. Der Antrieb lässt sich auch während der Fahrt und unter Last per Drehschalter aktivieren – so kann der Fahrer ohne anzuhalten Steigungen sicher meistern. Die zusätzliche Traktion steht auch beim Rückwärtsfahren und im Schubbetrieb zur Verfügung. Dies erhöht zum einen die Bremsleistung der Dauerbremssysteme – insbesondere des MAN PriTarders. Zum anderen verbessert es deutlich die Lenkbarkeit des Fahrzeugs auf rutschigem Untergrund und damit die Fahrsicherheit.
Weiterhin punktet das System mit zwei Hauptvorteilen für die Aufbauhersteller, die beispielsweise Kippaufbauten auf dem HydroDrive-Chassis realisieren: Es gibt keine über die Rahmenoberkante überstehenden Bauteile und eine große Auswahl an verfügbaren Nebenabtrieben.

www.man.eu/HydroDrive