26.08.2015
Einsparungen

Strukturreform bei MAN

MAN spart in der Verwaltung und richtet seine Produktionsstandorte neu aus. 1.800 Stellen sind davon betroffen. Dennoch werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, versichert Personalvorstand Jochen Schumm.

Insgesamt wird das Zukunftsprogramm bis Ende 2017 über Kosteneinsparungen und Ergebnisoptimierungen den erforderlichen Einmalaufwand des Jahres 2015 deutlich überkompensieren. Die Neuausrichtung des Produktionsnetzwerkes von MAN Truck & Bus wird in den kommenden Jahren die Aufgabenschwerpunkte so auf die einzelnen Lkw-Produktionsstandorte München, Steyr, Krakau und Salzgitter verlagern, dass jeder Standort zukünftig klare Verantwortungsbereiche und Kernkompetenzen hat. Damit stärkt MAN die einzelnen Produktionsstandorte in ihren jeweiligen Rollen, Doppelarbeiten werden vermieden.

MAN will für seine Produktionsstandorte klare Kompetenzen schaffen und Doppelgleisigkeiten in der Produktion beseitigen. Betriebsbedingte Kündigungen oder Standortschließungen werde es aber nicht geben
   

Gleichzeitig will das Unternehmen Personal reduzieren. Dabei geht es um rund 1.400 Stellen in der Verwaltung und etwa 400 in den direkten Produktionsbereichen. Betriebsbedingte Kündigungen schließt das Unternehmen dabei ebenso aus wie Standortschließungen. Die Verschlankung erfolgt im Wesentlichen durch Verzicht auf Nachbesetzung von frei werdenden Stellen, freiwillige Abfindungen sowie Altersteilzeit. Hierfür werden 2015 Einmalaufwendungen in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrags erforderlich sein.

Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands von MAN Truck & Bus, sagt: „Mit der Neuausrichtung von MAN Truck & Bus stellen wir uns im Wettbewerbsumfeld deutlich besser auf. Wir werden effizienter arbeiten und unsere Werke flexibler machen. Mit unserem Zukunftsprogramm ermöglichen wir mittelfristig nicht nur ein nachhaltiges Wachstum, sondern sichern auch die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter.“ Jochen Schumm, Vorstand für Personal bei MAN Truck & Bus, betont: „Wie bereits in der Vergangenheit werden wir den Mitarbeitern in den betreffenden Bereichen attraktive Alternativen unterbreiten. Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben.“ Dabei sei die Zugehörigkeit zum Volkswagen Konzern von großem Vorteil.

Fahrerhausrohbauten werden künftig nicht mehr am MAN-Standort Steyr produziert
Bild: MAN Truck & Bus  

Im Detail sieht die Neuausrichtung des Produktionsnetzwerks wie folgt aus: Die Lkw der schweren Reihe werden in Zukunft an den Standorten München und Krakau montiert. Der Fahrerhausrohbau und die Lackierung werden stufenweise in München konzentriert. Der Bereich Ersatzteillogistik wird komplett von München nach Salzgitter verlagert. Salzgitter wird nicht nur zum Zentrum der Teilelogistik, sondern auch zu einem Komponenten- und Remanufacturingwerk ausgebaut. Die Produktion der Bus-Chassis wird nach Ankara verlagert. Steyr bleibt das Produktionszentrum für die Lkw-Montage der leichten und mittleren Reihe sowie der Fahrerhausausstattung der entsprechenden Baureihen. Fahrerhausrohbauten werden zukünftig nicht mehr am Standort produziert, sondern aus München bezogen. Dafür entstehen in Steyr eine neue Kunststoff-Lackierung und ein Truck Modification Center.

www.mantruckandbus.at